63 gehobene Substantive für wohlklingende Texte

63 gehobene Substantive für wohlklingende Texte

Heb dich ab durch die schöneren, gewählteren Wörter. Die gehobene Sprache für gefühlvollere Texte ist uns schon einmal begegnet: Her findest du die Adjektive der gehobenen Sprache.

Die gehobene Sprache ist nicht die Sprache der Poesie, die sattelt noch mal drauf. Dennoch kommen diese Wörter gestelzt daher. Wer redet so? Mangels Monarchie wohl niemand mehr. Dennoch kannst du diese Begriffe vorsichtig in deinen Texten und Schriften nutzen. Als Besonderheit. Es ist eben ein Unterschied, ob ich Wohnung oder Behausung sage; Gesicht oder Antlitz. Aber der Kontext muss stimmen, sonst wirkt es schnell lächerlich.

Schöne Wörter Bücher Eine Bibliothek der schönen Wörter … Ja, es gibt sie noch, die schönen Wörter. Begriffe mit dem besonderen Klang. Wörter, die Sehnsüchte und Erinnerungen in uns hervorrufen. Die Welt von damals, sie ist noch vorhanden. Erinnerungen an Altes und längst Vergessenes. Was verloren ging, ging nie ganz, die Sprache bewahrt es für uns. Hier ist eine wunderfrohe Blütenlese in Buchform mit den schönsten Wörtern der deutschen Sprache. Jetzt ansehen

Das klappt prinzipiell überall, man muss nichts mit Mode, Schickimicki, Fantasy, Historie oder Adel machen. Es kommt immer darauf an, welche Wirkung man beabsichtigt und für welches Publikum man schreibt.

Viele Wörter kennst du, da sie immer noch vorkommen (teils auch in Redewendungen), aber vielleicht ist dir die genau Bedeutung unklar. Hier kannst du sie nachschlagen.

Nicht weniger Wörter dieser Kategorie sind französischen oder lateinischen Ursprungs. Sie sind dennoch keine Fremdwörter. Mitunter werden einige der folgenden Wörter auch als angestaubt oder altertümlich oder wahrgenommen. Veraltet sind sie indes nicht. Sie haben eine lange und edle Tradition.

Gehobene Sprache setzt Bildung nicht voraus, eine Liste wie diese genügt, ihre Verwendung lässt aber auf eine solche schließen. Man wird anders gesehen. Siehe auch:

Gehobene Substantive, die Liste

Diese Worte sind eine Auswahl, keine vollständige Sammlung aller in Frage kommenden Wörter der deutschen Sprache. Die Liste wird erweitert, sobald ich passende Beutestücke finde.

  1. Alt­vor­de­rer — Vorfahr, Ahn
  2. Angesicht — Gesicht
  3. Antlitz — Gesicht
  4. Arg (m) — Falschheit, Boshaftigkeit, Böses
  5. Aura — besondere Ausstrahlung
  6. BegehrWunsch, Verlangen (Was ist Euer Begehr?)
  7. Be­harr­sam­keitBeharrlichkeit
  8. Behausung — Wohnung, Unterkunft
  9. BeseligungGlück, Sonnenschein, Zufriedenheit
  10. Be­trüb­nis — Depression, Gram, Kummer
  11. Dasein — Vorhandensein, Bestehen, Existieren, die menschliche Existenz
  12. Dor­nen­weg — Leidensweg, durch Schwierigkeiten und Mühsal gekennzeichneter Prozess
  13. Düs­ter­nisDunkel, Düsterheit
  14. Eigen — Eigentum, Besitz
  15. Entzücken — Begeisterung, Freude; freudige Zustimmung
  16. Erdenbürger — Mensch, Erdbewohner
  17. Ergötzlichkeit — Spaß, Vergnügen
  18. Fehltritt — Vergehen, Verfehlung, Verstoß gegen ein Gebot
  19. FirmamentHimmel, Himmelsgewölbe
  20. Fortuna — Glück
  21. Fre­vel­tat — Missetat, Straftat, Übeltat
  22. Früh­lichtMorgendämmerung, erstes Licht des Tages
  23. Furor (Betonung auf der ersten Silbe) — Wut, Raserei
  24. Gefilde — Landschaft, Gegend
  25. Gelass — kleiner, enger, dürftig eingerichteter Raum
  26. Gemach — Zimmer, vornehmer Wohnraum
  27. Gram — Kummer
  28. Grimm — Wut, Zorn
  29. Hauch — zaghafte Regung von etwas, Anflug, leise Spur, geringstes Anzeichen, Andeutung, Schimmer
  30. Heil — Glück, Wohlergehen
  31. Herzeleid — seelischer Schmerz, Kummer
  32. Hochzeit — glänzender Höhepunkt, Blütezeit (nicht zu verwechseln mit der Eheschließung)
  33. Inbrunst — starkes, leidenschaftliches, hingebendes Gefühl
  34. Ingrimm — heftiger Zorn, verbissene Wut
  35. Irrsal — Zustand menschlichen Irrens
  36. Labsal — Erfrischung, Wohltat
  37. Langmut — nachsichtiges Ertragen, große Geduld
  38. Lieb­reiz — Charme, nettes, reizendes Aussehen, natürlicher, nicht auf bloße Wirkung bedachter Charme
  39. Liebste — Frau, die von jemandem geliebt wird
  40. Liebs­ter — Mann, der von jemandem geliebt wird
  41. Mär — Erzählung, seltsame Geschichte, unglaubwürdiger oder unwahrer Bericht
  42. Makel — Fehler, fehlerhafte Beschaffenheit, Wertminderung
  43. Misshelligkeit — Uneinigkeit, leichtes Zerwürfnis
  44. Ob­lie­gen­heitPflicht, Aufgabe
  45. Quell — Urgrund, Ursprung von etwas, was als Wert empfunden wird
  46. Rebensaft — Wein
  47. Reg­sam­keit — regsame Art, regsames Wesen, Aktivität
  48. Ross — edles Pferd, besonders Reitpferd
  49. Ruch — zweifelhafter Ruf
  50. Schelte — laut vorgebrachter Tadel, Schimpfen
  51. Schimpf — Beleidigung, Demütigung, Schmach
  52. Schlummer — leichterer, oft kürzerer Schlaf, besonders als Zustand wohltuender Entspannung
  53. Schmach — Kränkung, Schande, Herabwürdigung, Demütigung
  54. Schwadronade — Gerede
  55. Schweif — längerer, buschiger Schwanz
  56. Sonnenglast — gleißend helles Sonnenlicht
  57. Strahl­kraft — Ausstrahlung
  58. TagesgrauenMorgendämmerung
  59. Un­schick­lich­keit — unschickliche Handlung oder Äußerung
  60. Ver­mäh­lung — Heirat, Eheschließung
  61. Welt­ge­bäu­deWeltraum, All
  62. Wohlgefallen — Freude, Begeisterung, Gefallen
  63. Wohnstätte — Haus, in dem jemand wohnt, Wohnung
  64. Wonne — hoher Grad der Beglückung, des Vergnügens, der Freude

Gehobene Substantive in der Literatur

Der Fuchs aber band mit des Pferdes Schweif dem Löwen die Beine zusammen und drehte und schnürte alles so wohl und stark, daß es mit keiner Kraft zu zerreißen war.

Der Fuchs und das Pferd, eine alte deutsche Fabel

Sie waren im Sonnenglast hingestreckt, auf einer Wiese, über der die Luft in der Mittagswärme zittrig schwebte. Schweigen.

Rheinsberg: Kurt Tucholsky, 1912

Als sie in das Morgengewand schlüpfend vor den Spiegel trat, legte sie beide Hände vor das Antlitz und wandte schaudernd sich ab, als fürchte sie sich vor sich selbst. So stand sie minutenlang da, die Augen mit beiden Händen bedeckt, nur zuweilen leise das Haupt bewegend, bis ihre Arme endlich müde herabfielen.

Hans Wachenhusen: Komtesse Helene , 1876

Werkstattbericht

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