Der Lenz ist da … 79 Wörter für den Frühling

Der Lenz ist da ... 79 Wörter für den Frühling

Schon mal von der Lenzbegeisterungsglut gehört? Nein? Aber so schön kann der Frühling klingen. Der Frühling nämlich wird nach einem viel älteren Wort auch als Lenz bezeichnet. Auch dazu gibt es schöne Worte. Hier sind sie.

Sonderlich gebräuchlich ist die Form, vom Grundwort abgesehen nicht mehr. Immerhin, das Wort Lenz wird allgemein verstanden. Das Wort weist zurück in alte Zeiten. Mag sein, dass es uns deshalb so rührt.

Schöne Wörter Bücher Eine Bibliothek der schönen Wörter … Ja, es gibt sie noch, die schönen Wörter. Begriffe mit dem besonderen Klang. Wörter, die Sehnsüchte und Erinnerungen in uns hervorrufen. Die Welt von damals, sie ist noch vorhanden. Erinnerungen an Altes und längst Vergessenes. Was verloren ging, ging nie ganz, die Sprache bewahrt es für uns. Hier ist eine wunderfrohe Blütenlese in Buchform mit den schönsten Wörtern der deutschen Sprache. Jetzt ansehen

Der Lenz steht für die erste Jahreszeit und den Monat des Frühlingsbeginns. Der Begriff leitet sich von “lang” ab. Die ursprüngliche Bedeutung liegt in den nun auffällig länger werdenden Tagen.

Wir genießen die Klarheit der frischen, sich erwärmenden Luft, die den Lenz schon ahnen lässt. Der Mensch hat ein genaues Gespür dafür; die Kenntnis des Wettergeschehens war für ihn lebenswichtig. Wenn das angenehme Leben nach hartem Winter endlich zurückkehrt, wenn das Grün wieder sprießt, Blumen ihre bunte Pracht entfalten und die Dinge wieder ins Wachsen geraten, dann ist der Lenz zurückgekehrt. Wehmut steckt in den milden, länger werdenden Abenden, denn der Lenz weckt Erinnerungen wieder auf.

In Lenzen wird manchmal das Lebensalter einer Person angegeben. Man sagt, jemand zähle soundsoviel Lenze. Und wer nicht arbeitet, der macht sich einen faulen Lenz. In jungen Jahren steht man im Lenz seines Lebens, so hat man das früher genannt. Wer im Alter noch mal aufblüht, erlebt einen zweiten Lenz, seine zweite Jugend. All das ist letztlich auf den Frühling bezogen. Siehe auch:

Liste schöner Wörter mit Lenz

Hier sind sie, die frischesten, anrührendsten und prachtvollsten Wörter mit Lenz. Vollständig ist die Auswahl nicht, das strebt sie auch gar nicht an.

  1. Lenzabend (Abend im Lenz)
  2. Lenzahnung (Vorgefühl auf den Lenz)
  3. lenzatmend (adj.) (den Frühling in sich aufnehmend)
  4. Lenzaue (Frühlingsaue)
  5. Lenzbelustigung (Vergnügung im Lenz mit Tanz, Musik und Spiel)
  6. Lenzbegeisterungsglut (das Wort stammt aus einem Gedicht von Louise Otto-Peters)
  7. Lenzbeginn (der Anfang des Lenzes, des Frühlings)
  8. Lenzbehagen (das Wohlgefühl im Lenz)
  9. lenzberauscht (adj.) (vom Frühling berauscht)
  10. lenzbesonnt (adj.) (vom Frühlingslicht beschienen)
  11. lenzbezaubert (adj.) (vom Frühling verzaubert)
  12. Lenzblau (Farbe des Himmels, wie sie nur der Lenz hervorbringen kann)
  13. Lenzblume (Frühlingsblume)
  14. Lenzblüte (Blüte im Frühling)
  15. lenzduftig (adj.) (mit dem Duft des Lenzes erfüllt)
  16. lenzen (Frühling werden oder sein)
  17. Lenzenluft (Frühlingsluft)
  18. Lenzenwind (ein Wind, der im Frühling weht)
  19. Lenzesblüten (Blüten des Frühlings)
  20. Lenzeshauch (Frühlingshauch)
  21. Lenzesluft (die Luft im Lenz)
  22. Lenzesmorgen (ein Morgen im Frühling)
  23. Lenzesschmuck (der Schmuck des Lenzes, die Frühlingspracht)
  24. Lenzestag (ein Tag im Frühling)
  25. Lenzesträume (Träume vom oder im Lenz)
  26. Lenzestrieb (der Trieb oder Drang im Lenz)
  27. Lenzeswehen (Frühlingslufthauch)
  28. Lenzeszauber (der Zauber des Lenzes)
  29. Lenzfahrt (Ausflug im Frühling)
  30. lenzfreudig (adj.) (voller Freude im Frühling)
  31. lenzfrisch (adj.) (frisch wie der Frühling)
  32. lenzfroh (adj.) (fröhlich im Lenz)
  33. lenzgeboren (adj.) (im Frühling geboren)
  34. Lenzgedanke (ein Gedanke, der vom Lenz inspiriert ist)
  35. Lenzgefilde (Frühlingsfelder und Wiesen, Landschaft)
  36. Lenzgefühl (das Gefühl des Lenzes)
  37. Lenzgeruch (Frühlingsduft)
  38. Lenzgesang (Gesang, der den Frühling herbeiruft oder feiert)
  39. Lenzgeschmeide (Schmuck, der den Lenz repräsentiert)
  40. lenzgeschmückt (adj.) (mit den Zeichen des Lenzes geschmückt)
  41. Lenzgewand (Landschaft in Frühling gekleidet)
  42. lenzgeweckt (adj.) (vom Lenz erweckt)
  43. Lenzgewitternacht (eine Gewitternacht im Frühling)
  44. Lenzgold (das Gold des Lenzes, metaphorisch für die Schönheit des Frühlings)
  45. lenzgolden (adj.) (golden wie der Lenz)
  46. Lenzhauch (ein leichter Hauch im Lenz)
  47. Lenzhoffnung (die Hoffnung, die der Lenz bringt)
  48. lenzig (adj.) (frühlingshaft)
  49. Lenzing (der Monat März)
  50. lenzisch (adj.) (frühlingshaft)
  51. Lenzlächeln (ein Lächeln, das an den Lenz erinnert)
  52. lenzlich (adj.) (dem Lenz ähnlich)
  53. Lenzliebe (die Liebe zum Lenz)
  54. Lenzlied (ein Lied, das den Lenz besingt)
  55. Lenzluft (die frische Luft im Lenz)
  56. Lenzlust (die Lust und Freude im Lenz)
  57. Lenzmonat (März)
  58. Lenznacht (eine Nacht im Lenz)
  59. Lenznatur (die Natur im Lenz)
  60. lenzsonnig (adj.) (sonnig wie im Lenz)
  61. Lenzsturm (ein Sturm, der im Lenz auftritt)
  62. Lenztag (Frühlingstag)
  63. Lenztau (der Tau, der im Lenz fällt)
  64. Lenztaumel (ein Zustand der Verzauberung im Lenz)
  65. Lenztrieb (der natürliche Trieb, der im Lenz erwacht)
  66. lenzverträumt (adj.) (verträumt im Lenz)
  67. Lenzvogel (Vogel, der in der Lenzzeit auffällig singt, wie etwa die Feldlerche; oder ein zurückkehrender Zugvogel, wie der Storch)
  68. Lenzwald (ein Wald im Lenz)
  69. lenzwarm (adj.) (warm wie der Lenz)
  70. Lenzwärme (die Wärme, die der Lenz bringt)
  71. Lenzwiese (eine Wiese im Lenz)
  72. Lenzwind (Frühlingswind)
  73. Lenzwolke (eine Wolke, die typisch für den Lenz ist)
  74. Lenzwonne (die Freude und das Glück, das der Lenz bringt)
  75. Lenzzauber (der Zauber des Lenzes)
  76. Lenzzeit (die Zeit des Lenzes)
  77. Rosenlenz (Jugendzeit, oft als Metapher für Frühling der Lebens)
  78. Sonnenlenz (der Lenz, in dem die Sonne besonders strahlt)
  79. Vorlenz (die Zeit kurz vor dem eigentlichen Beginn des Lenzes)

Der Lenz in klassischer Literatur

Kennst du den Garten? – Wenn sich Lenz erneuet,
Geht dort ein Mädchen auf den kühlen Gängen
Still durch die Einsamkeit,
Und weckt den leisen Strom von Zauberklängen,
Als ob die Blumen und die Bäume sängen
Rings von der alten schönen Zeit.

Joseph von Eichendorff, Die Heimat, entstanden 1819

Ihre in erster Lenzblüte stehende Schönheit und Anmut, ihre sanfte Weiblichkeit, ihr tiefes Musikgefühl nahmen das Herz des Jünglings unbewusst gefangen.

Liszt und die Frauen, La Mara, 1911

Flöte kichert, Geige singt,
Und der Baß brummt bieder,
Doch der Lenzwind über uns
Hat die schönsten Lieder.
Hat die große Melodei,
Helle Sturmlustweise;
Nach des Lenzen Pfeife tanzt,
Tanzt die frohen Kreise!

Otto Julius Bierbaum: Irrgarten der Liebe, 1901

Ich war schon aus meiner Ecke hervor am Tisch und las mit lauter Stimme die ganze Szene trefflich, ja trefflich, denn die ganze Zeit hatte ich eine Umwälzung aller Sinnen erlitten, und nun kam die Rache, und die Lenznacht meiner Empfindungen stieg aus meiner Brust empor wie eine Feuersäule, und ich las fortstehend und freute mich am Widerhall meiner Stimme, und – siehe da, alle waren fort in die andren Zimmer, ich war allein gelassen worden.

Bettina von Arnim an Clemens Brentano

Ihre Wangen, wie zwei Purpurblüten, strahlten den goldenen Glanz des frischen Lenzhauches. Ihre Gestalt war schlank, ihre Bewegungen fast schwebend, ihr Haupt sinnend, wie von wogenden Träumen gewiegt.

Ernst Dronke: Polizei-Geschichten, 1846

Gleichwohl ist die Lenzliebe nur ein Zittern, ein Auflachen, ein kurzer Rausch. Die Herbstliebe ist tiefer, sie ist mit Erinnerungen beschwert, die Furcht vor dem schroffen Winter läutert sie.

George Moore: Aus toten Tagen, 1907

Werkstattbericht

Das Beitragsbild stammt aus dem Fundus von Pixabay. Die verwendeten Google Fonts sind BenchNine und PT Sans. Recherche via Google, Wikisource und im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm.