61 schönklingende traditionelle Bezeichnungen für farbige Pferde

61 schönklingende traditionelle Bezeichnungen für farbige Pferde

Diese Bezeichnungen sind teils uralt, werden aber immer noch verwendet, um Pferde zu unterscheiden. Auf Farben und Muster kommt es an. Heute wie damals.

Nicht dass ich mich mit Reittieren auskennen würde, da sind andere besser, mich haben die Wörter interessiert. Als Schriftsteller kann es ja durchaus passieren, dass ein Ross erscheinen soll.

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Ich finde es toll, einen Pfirsichblütenschimmel habe ich sofort in meinem aktuellen Schreibprojekt auftauchen lassen. Warum einfalltslos nur von Pferden und Rössern schreiben, wenn man Rehfalbschecken und Schneeflockentiger haben kann?

Eine Rolle für die folgenden Namen spielen Haut-, Mähnen- und Schweiffarbe der Tiere, dazu kommen Flecken und andere Besonderheiten.

Man könnte nun jeden Begriff einzeln erklären, mir geht es hier aber um die Wörter, nicht um die Pferde und deren Systematik. Ich will die Poesie, keine Biologie.

Ein paar Beispiele gibt es aber. Schaut’s euch an, was es alles gibt. Siehe auch:

Liste mit Namen bestimmter Pferdetypen

Diese Auswahl ist nicht vollständig, enthält aber mehr als nur das Wichtigste und ist alphabetisch sortiert. Grundsätzlich gilt: Weißes Pferd = Schimmel; Rappe = Schwarzes Pferd.

  1. Apfelfalbe
  2. Apfelschimmel
  3. Blassisabell (Isabell ist graugelb, lehmfarbig, naturfarbig)
  4. Blauschimmel (geapfelter Blauschimmel)
  5. Brandfuchs
  6. Brandschimmel
  7. Braunfalbe (sandfarbenes Pferd mit schwarzer Mähne)
  8. Braunschecke
  9. Bronzefuchs
  10. Dunkelfalbe
  11. Dunkelfuchs (ein rothaariges Pferd von dunkler Farbe)
  12. Eisenschimmel
  13. Feuerfuchs
  14. Fliegenschimmel
  15. Forellenschimmel
  16. Fuchsschecke
  17. Gelbisabell
  18. Gelbschecke
  19. Glanzrapp
  20. Goldfalbe
  21. Goldfuchs
  22. Goldisabell
  23. Grauschimmel
  24. Hechtschimmel
  25. Hellfuchs
  26. Hellisabell
  27. Hellrapp
  28. Honigschimmel
  29. Kohlfuchs
  30. Kohlfuchsschecke
  31. Kohlrapp
  32. Kupferfuchs
  33. Lehmfuchs
  34. Lichtfuchs
  35. Lichtrapp
  36. Mausfalbe (graues Pferd mit schwarzer Mähne)
  37. Milchschimmel
  38. Mohrenkopfschimmel (mit schwarzem Kopf nach dem Mohr benannt)
  39. Muskatschimmel
  40. Pfirsichblütenschimmel
  41. Porzellanschecke
  42. Rehfalbe
  43. Rehfalbschecke
  44. Rosenschimmel
  45. Rotfuchs
  46. Rotschimmel
  47. Sandschimmel (eine Art Schimmel, weißer Pferde, die gleichsam mit Sand bestreut zu sein scheinen – lt. DWB)
  48. Schabrackentiger
  49. Schneeflockentiger
  50. Schwarzfuchs
  51. Schwarzschecke
  52. Semmelfalbe
  53. Silberfalbe
  54. Silberschimmel
  55. Sommerrappe (lichtschwarzes Pferd)
  56. Spiegelrappe (schwarzes Pferd, auf dessen Fell sich glänzende Flecke zeigen)
  57. Spiegelschimmel
  58. Stichelfuchs
  59. Talerschimmel
  60. Tigerschecke
  61. Weichselbraunschecke
  62. Wolfsfalb (Pferd mit gelbgrauer Wolfsfarbe)
  63. Zimtschimmel
  64. Zobelfuchs

Statt Falbe gibt es auch die Bezeichnung Fahle.

Pferdefarbige Hashtags & Emojis

  1. #RappenSchwarz
  2. #ScheckenBunt 🎨
  3. #IsabellGold 🏆
  4. #BraunerKastanie 🌰
  5. #SchimmelWeiß ❄️
  6. #FalbeGrau 🌫️
  7. #RotschimmelFeuer 🔥
  8. #BlauRappen 🔵
  9. #PalominoGlanz

Farbige Pferde in der Literatur

Milchweiße Schimmel waren da, Eisenschimmel, deren schneeiger Leib stellenweise wie von feinen, grauen Wolken überbreitet schien. Ein nobles Perlgrau mischte sich in willkürlichen, immer geschmackvollen Zeichnungen bald auf dem Rücken, bald gegen Brust und Lenden hin, bald abwärts von den Schenkeln mit der festlich weißen Grundfarbe. Das Weiß der Mähnen aber und der langen dichten Schweife, die gleich kostbarem Fahnenschmuck getragen wurden, hatte manchmal einen Stich ins Elfenbeinfarbene, manchmal eine strahlende Helligkeit wie gesponnenes Mondlicht.

Felix Salten: Florian, das Pferd des Kaisers, 1935

Einmal kamen die Händler nach Gmoset, wollten Gäule kaufen für den Rossmarkt in Nürnberg, und der Stilzel sollte darum die Herde heimtreiben. Er setzte sich auf sein Leibross und umritt die andern Tiere: das gemachsame Bräunl, den heißen, vollblütigen Rappen, dem allweil die Adern sprangen, das schneeweiße, täppische Füllen, die lichtstirnige, fromme Blässe, das falbe Stutross, den weißhachseten Pinzgauer, den heimtückischen Talerschimmel, den Spiegelschimmel, das bissige Luder, und alle die halbwilden Tiere.

Hans Watzlik: Stilzel der Kobold des Böhmerwaldes, 1926

Werkstattbericht

Das Beitragsbild stammt aus dem Fundus von Pixabay. Die verwendeten Google Fonts sind BenchNine und PT Sans. Recherche via Google und im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm.

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