51 tatsächlich lustige Wörter aus der deutschen Sprache

51 tatsächlich lustige Wörter aus der deutschen Sprache

Können Wörter Humor enthalten? Nein, oder? Es braucht immer eine Geschichte, es braucht mindestens einen Satz. Aber vielleicht geht es doch. Auch wenn es nicht ganz einfach ist, das zu beweisen.

Ja, diese Liste ist ein bisschen schwierig. Einzelwörter lassen natürlich niemanden laut auflachen. Dazu müsste man schon einen Witz erzählen oder wenigstens humorig formulieren. Auch Sprüche sind hier nicht gemeint. Die Idee ist, der Spaß soll im Wort selbst stecken.

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Es geht darum, wie ein Wort gemacht wurde, welche Bestandteile kombiniert wurden. Da tun sich Bilder und überraschende Gegensätze auf. Eine wahnwitzige Kreativität steckt mitunter da drin – wenn man sie zu entdecken weiß. Und dann ist da noch der Klang. Auch der spielt eine Rolle, womit wir uns der Lautmalerei annähern.

Diese Worte sind, was ich habe finden können. Der eine mag seinen Spaß daran haben, der andere nur müde abwinken. Ich wollte es wenigstens versucht haben. Siehe auch:

Die Liste lustiger Wörter

Diese Worte sind, was ich habe finden können. Vielleicht hast du Spaß daran. Vielleicht magst du meine Auswahl aber auch gar nicht und findest sie alles, aber nicht spaßig.

  1. Anhängsel
  2. Betthupferl
  3. bierselig (glückliche mit jeder Menge Bier)
  4. Bimbam
  5. Blubberwasser (Sprudel, Selters)
  6. fickelfackel (subito, im handumdrehen)
  7. Flitzpiepe (Mensch, der nicht ernst genommen wird)
  8. Fracksausen (Angst, Schiss haben)
  9. Hokuspokus
  10. Hüftgold (Fettpolster im Hüftbereich)
  11. Kaffeeklatsch
  12. katzenjämmerlich
  13. Katzenkopfpflaster
  14. Klatschmaul
  15. Kaulquappe
  16. Klatschmaul
  17. Krähwinkelei (spießiges Verhalten, kleinstädtische Beschränktheit)
  18. Luftikus (leichtsinniger Mensch)
  19. Lulatsch (hochgewachsener Mensch)
  20. Miesepetrigkeit
  21. mucksmäuschenstill
  22. Nasenfahrrad (Brille)
  23. Purzelbaum (Rolle vorwärts beim Turnen)
  24. Pustekuchen (von wegen!)
  25. Quadratlatschen
  26. Quatschkopf
  27. quietschfidel (munter, wohlauf)
  28. Rappelkopf (aufbrausender Mensch, der einen Rappel hat, auch für Dickkopf ) rappelköpfig, rappelköpfisch
  29. Ratzefummel
  30. Rumpelstilzchen
  31. Schmackes
  32. Schmollwinkel
  33. schlampampen (ausgedehnt mit Genuß essen)
  34. schnabulieren (verspeisen, essen)
  35. Schnapsidee (im Alkoholrausch geborener Einfall)
  36. schnurzpiepegal
  37. Schwitzkasten
  38. splitterfasernackt
  39. sternhagelvoll
  40. Tollpatsch, tollpatschig
  41. Trantüte (langsamer, träger Mensch, Lahmarsch)
  42. überpurzeln (kopfüber stürzen)
  43. ver­ka­se­ma­tu­ckeln (etwas genau und detailliert erklären; in kurzer Zeit eine größerer Menge konsumieren)
  44. verschlimmbessern (etwas in eigentlich guter Absicht noch schlimmer machen)
  45. versaubeuteln (etwas unabsichtlich unbrauchbar machen, bei einer Tätigkeit versagen, etwas verlieren, verschlampen)
  46. Wackeldackel
  47. Waschbrettbauch (muskulöser Bauch Bauch mit sichtbaren Muskeln, heute meist auf Englisch als Sixpack)
  48. Watschelente
  49. Wimmelbild (gemalte oder gestellte Szene, auf der es von Personen und dargestellten Handlungen nur so wimmelt)
  50. Wolkenkuckucksheim
  51. Wonneproppen (wohlgenährter Säugling; auch als Kosewort)
  52. Wuchtbrumme (dicke Frau, Moppel) 

Der Purzelbaum kommt übrigens von stürzen (altes Wort = burzeln) und sich danach Aufbäumen. Siehe Prof. Bär. Vielleicht auch lustig: Betrunken … 49 originelle Wörter und Bezeichnungen dafür

Hashtags & Emojis

WortHumor 📚 HumorBeweis ✍️ KeinWitz 😐 SelbstgenügsamesWort 🤫 StecktImWort 🔍 LauterLachen 😂 WörterLachen 🤣

Lustige Wörter in der Literatur

»Aha«, rief Hitzleputz erfreut, »Mensch du bist ja der Windbeutel, der Rappelkopf, der Tölpel, der Quakelhans, der Plumpsack, der Trampel, der Dümmling, der Teigaffe, der Einfaltspinsel, der Schöps, der Tropf, der Tolpatsch, der Klotz, der Dämelack, der Schlendrian, der Fridolin, der Pfuscher, der Schussel, der Schildbürger, der dumme Jäckel, der Pomuchel, der pudelnärrische, wirrköpfige, vermaledeite, faule, verrückte, schußlige, leichtsinnige, fahrige, schlampige, unordentliche Kerl, der den Brief ohne Marke und Adresse in den Briefkasten geworfen hat.

Karel Capek: Post, Polizei, Hunde und Räuberei, 1933

Der Wind, dieser echte Wiener Gassenjunge, der sonst wie ein unverschämter Schusterbub pfiff und heulte, auf dem Glacis unten Sandhosen aufwirbelte, den Leuten ganze Tüten Staub ins Gesicht warf, hohnlachend wieder um die Ecken war, Passanten an den Laternenpfahl hinschmiß, den Dämlein die weiten Röcke aufbauschte und in die Höhe wirbelte, ihnen den Chapeau von dem lockenbekränzten Haupt riß, die Zylinder der Herren auf dem Katzenkopfpflaster hopsen ließ, bum, bum, und ihn ganz zerbeulte, ehe er ihn großmütig wieder seinem hinterherjagenden Eigentümer überließ: …

Joseph August Lux: Grillparzers Liebesroman. Die Schwestern Fröhlich, 1912

Als leichtfertig nenn ich euch jetzt
Den, welcher glaubt, was jeder schwätzt:
Ein Klatschmaul viele Leut verhetzt.

Sebastian Brant: Das Narrenschiff, 1494

Mein Emil war von knabenhaftem Wuchse und wenn man den Kopf nicht berücksichtigte schien er ein altgriechischer Jüngling in den Flegeljahren zu sein, aber mit Kopf war er eine Kaulquappe. Ohne ein Wasserkopf zu sein, war er doch viel zu schwer. Ansonsten hatte Emil Sommersprossen, Pickel auf Stirn, Nase und Kinn, finstere Fingernägel, altmodische Halbschuhe und eine einzige Krawatte. Diese Krawatte war so unwahrscheinlich dünn, so ausgedörrt und abgemagert, als irrte sie ständig durch Wüsten ohne Wasser und hätte bereits als Säugling gefastet

Ödön von Horváth: Emil, ein kurzes Prosastück aus der Mitte der zwanziger Jahre

Und die Glocken, Bub’, die Glocken läuten den ganzen Tag, bimbam, bimbam; wenn die eine aufhört, fängt die andre an, daß du denkst, es ist alle Tag Feiertag. Und sie leben auch herrlich und in Freuden, die Stadtleut‹, jahraus und jahrein.

August Sperl: Kinder ihrer Zeit, 1907

Während sich die eiserne Tür knarrend hinter ihnen schloß, fühlte er seufzend, daß Beinebergs Vorhaben zwar nur ein lächerlicher Hokuspokus sei, aber doch wenigstens etwas Festes und Überlegtes, während in ihm alles in undurchsichtiger Verwirrung lag.

Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, 1906

Also, so saßen wir denn endlich glücklich in der Spelunke, einem kleinen, dunstigen Bierlokal. Der Rauch der verbotenen Zigarre lag dick und wohlig über unserem mehr oder weniger bedrückten Gewissen. In diesem blauen Dunst, den wir uns selbst vormachten, schien das Leben in herrlicher Endlosigkeit vor uns zu liegen. Die Tische waren an die Wand gerückt, in den Bänken darum hockten wir bierselig und furchtbar neugierig, denn heute abend sollte die blaue Dame kommen, mit deren Liebreiz und Holdseligkeit uns der älteste der Bande schon die ganze Woche her Kopf und Nerven aufgeregt hatte.

Elisabeth Dauthendey: Erotische Novellen, 1922

Auch Frau Behm fand sich mit dem Tode ihres Mannes schneller ab, als sie selber wußte. Es war so schön, jeden Nachmittag nach dem Grabe hinauszugehen und da ein bißchen nett zu weinen und herumzupusseln an den hübschen Blumen, und man konnte prachtvoll traurig sein, wenn man einen kleinen Kaffeeklatsch gab und von dem Seligen redete.

Ottomar Enking: Familie P. C. Behm, 1902

Anonyme Briefe kamen, daß der junge Herr bereits anderweitig engagirt sei und nur das Vermögen Juliens erobern wolle; Warnungen kamen, daß er ein Luftikus sei und von seinem Fache eigentlich gar nichts verstehe, daß sein eigener Vater sich von ihm losgesagt habe, weil er schon Unsummen am grünen Tische durchgebracht habe und tief in Schulden stecke — kurz, die ganze Litanei des Neides, der Bosheit, der Verleumdung aller Art.

Julius Grosse: Vetter Isidor. In: Deutscher Novellenschatz, 1910

Der Frühling, der lange Lulatsch, schwebt über die begrünten Hügel, der maître d’hôtel beginnt zu knospen, das verhältnismäßig blaue Meer leuchtet, und sanft vor sich hin neppend, verdämmert im Sonnenglast die leuchtende Küste der Riviera.

Kurt Tucholsky: Riviera, 1925

Bei dieser Gelegenheit lernte ich das berühmte Schmollen der Weiber kennen und seitdem verlernte ich es nicht mehr. Es war der dreißigste Tag nach meiner Hochzeit, da mein Glück in den Wendepunkt des Krebses trat. Anfänglich hatte meine teure Wilhelmine nur einen Schmollstuhl, dann nahm sie einen Schmollwinkel ein, später verschloß sie sich in ein Schmollkämmerchen, bis sie endlich es durch Übung dahin gebracht, im ganzen Hause zu schmollen.

Ludwig Börne: Die Ahnfrau, 1835

Wie lange und sorgfältig hat nicht die Natur gearbeitet mit Frühlingsregen und Sommersonnenschein, um diese Trauben zu reifen. Monate gingen dahin, um diese milde Süßigkeit hervorzubringen, die nun in wenig Augenblicken verschlampampt wird.

Heinrich Seidel: Leberecht Hühnchen, 1882

Denn der Mensch lebt nicht, der Hühner besser mausen, spicken, sieden, braten – ja, will’s Gott – tranchieren und schnabulieren könnt’ als ich, der ich hier vor euch steh.

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel, 1532-1564

Und ich nehme die Leute nicht, ich nehme sie unter gar keinen Umständen! Ich mache mich nicht zum Gespött der ganzen Gegend! Ich lasse mich nicht auslachen! In Seidenfähnchen und Stöckelschuhen zum Roggenpuppen! Kein Hemd zum Wechseln, nicht eine Hose! Wenn die Bande einmal naß wird, sitzt alles splitterfasernackt so lange in der Bude, bis das Zeug wieder trocken ist! Paradiesische Zustände! Nein, lieber noch Zuchthäusler!

Hans Fallada: Wolf unter Wölfen, 1937

O, dieses Beerfelden, es war doch ein rechtes Lumpennest. Wer am Morgen katzennüchtern dort ankam, torkelte am Abend sternhagelvoll an dem Galgen vorbei, der auf der Höhe vor dem Städtchen stand. Aber man konnte ohne Beerfelden im Odenwald nicht auskommen.

Adam Karrillon: Erlebnisse eines Erdenbummlers, 1923

Das war eben das Merkwürdige an ihm: er war in all seiner Genialität ein reiner herzensguter Junge, der sich wie ein Kind über Kleinigkeiten freuen und manchmal so drollig tollpatschig werden konnte, daß sie sich beinahe wie eine kleine Mama ihm gegenüber vorkam. Wo sie doch mit soviel Respekt, ja Bewunderung zu ihm aufschaute!

Franz Servaes: Jahr der Wandlung. Goethes Schicksalswende 1775, von 1935

Werkstattbericht

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