20 Zitate – Die schönsten Schneewörter in klassischen Texten

20 Zitate – Die schönsten Schneewörter in klassischen Texten

War der Winter früher besser? Gab es mehr Schnee? Manchmal war das so, und manchmal wohl eher nicht. Dennoch ist die Literatur voll von winterlichen Szenen, mit Schnee wird da nicht gespart.

Manche Leute sagen, dass die Winter früher kälter waren und es mehr Schnee gab. Es ist schwer zu sagen, ob das wirklich immer so war, aber wenn man alte Bücher und Geschichten liest, scheint es oft so, als ob die Winter voller dicker Schneedecken waren, die alles bedeckten.

Schöne Wörter Bücher Eine Bibliothek der schönen Wörter … Ja, es gibt sie noch, die schönen Wörter. Begriffe mit dem besonderen Klang. Wörter, die Sehnsüchte und Erinnerungen in uns hervorrufen. Die Welt von damals, sie ist noch vorhanden. Erinnerungen an Altes und längst Vergessenes. Was verloren ging, ging nie ganz, die Sprache bewahrt es für uns. Hier ist eine wunderfrohe Blütenlese in Buchform mit den schönsten Wörtern der deutschen Sprache. Jetzt ansehen

Autoren haben den Schnee benutzt, um uns Bilder von weißen Landschaften, Schneeballschlachten und knirschenden Spaziergängen zu malen.

Vielleicht erinnern sie sich an ihre eigene Kindheit oder nutzen einfach die Magie des Winters, um ihre Geschichten spannender zu machen. Wo er uns doch so viel Vergnügen bereitet, wenn man ihn zu genießen versteht. Siehe auch:

Schneewörter in ausgesuchten Zitate aus Literatur

und nicht alle sind nur gemütlich…

Inzwischen schneit es weiter, immerfort weiter. Wie entzückend das ist! Es geht nichts in der Natur so leise wie eine Schneeflocke. Und doch ist flickernde, schimmernde, millionenfache Bewegung dabei. Eine lautlosere, friedlichere Freude gibt es nicht.

Paul Keller: Waldwinter, 1902

Der Zug hielt. Er mußte Atem schöpfen. Dichte Schneeflocken umtanzten ihn. Wer von den Reisenden sie gesehen haben mochte, sank sicherlich rasch in die Kissen zurück, sich nur noch fester in die Decken wickelnd. Konrad allein stieg aus. Wie wundervoll still es war! So weich und sanft, so lind und liebevoll sank der Schnee, als breitete über ihr schlummerndes Kind die Hand einer Mutter die Daunendecke aus.

Lily Braun: Lebenssucher, 1915

Da draußen schneit es: Schneegeflimmer
Wies heute mir den Weg zu dir;
Ein tret’ ich in dein traulich Zimmer,
Und warm ans Herze fliegst du mir –
Ab schüttl’ ich jetzt die Winterflocken,
Ab schüttl’ ich hinterdrein die Welt,
Nur leise noch von Schlittenglocken
Ein ferner Klang herübergellt.

Theodor Fontane: Winterabend

Wie schön, wenn weit vorn dort aus dem einsamen hölzernen Bauernhaus auf dem Hügel ein Licht durch das Fenster hinausirrt auf den blassen Schnee – ein einziges Zeichen von Leben in der großen Stille, eine einzige Spur von Wärme in dieser großen Schneewüste! Der Schlitten klingelt vorüber – psst – hat nicht ein Mädchen hinter dem Fenster die Stirn gegen die Scheiben gedrückt und gelacht?

Theodor Wolff: Spaziergänge, 1909

Um diese Zeit hatte der Wind endlich erreicht, woran er den ganzen Tag gearbeitet hatte: er hatte den Schnee aus den Wolken losgerissen, und jetzt kam er den Wald heraufgefegt, heraufgefegt, mit einer langen Schleppe von Schneeflocken hinter sich.

Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf:  Gottesfriede, 1910

Im Winter aber, wenn der Schnee in dichten Flocken zur Erde herabwirbelte, und die Kinder unter Lachen und Jauchzen den grimmigen Schneemann bauten, dann preßte das Sonntagskind sein Blondköpfchen gegen die Fensterscheibe, schaute in das lustige Schneetreiben hinaus, und die herniedertanzenden Flocken erzählten dem kleinen Mädchen von dem bläulich funkelnden Eispalast droben in den Wolken, und durch ihren Märchenschleier erblickte es die schimmernde Eiskönigin in ihrem glitzernden Eiszapfengewande.

Else Ury: Das Sonntagskind, 1906

Sie schaute nach dem Fenster und sah, daß Schnee gegen die Scheiben trieb. Als sie öffnete, weil ihr dünkte, sie müßte die reine Luft der Wälder in die Gruft der Zimmer hereinlassen, um die Trübnis der Stimmung zu verjagen, kamen lautlos die Flocken herein, kühl und beschwingt, wie seltsame Schmetterlinge, die auf erstaunter Umschau sind und vor der Schwere ihrer Umgebung verlöschen. Magdalena trat vom Fenster zurück und sah dem weißen Schauspiel zu, über dessen Bewegtheit dennoch eine verklärte Ruhe lag. Es schien, der Schnee wollte den ganzen Raum erfüllen, das Wolkengestöber wurde stärker, wirbelte durch die Höhlung des Fensters und trug die Kälte des sterbenden Jahres herein.

Roland Betsch: Ballade am Strom, 1930

Die roten Sonnenfarben sind hinter schwarzen Wäldern verschwunden. Die rosigen Töne blassen ab, kaltgraublau stimmt sich der Himmel um, schwarz werden die blauen Schatten im Schnee. Mond habe ich nicht, aber alle Sterne sind da, und der Schnee leuchtet so, daß meine dämmerungsscharfen Augen weiten Blick haben. In der großen Stille fängt es an zu singen und zu summen, in der weißen Weite beginnt es zu flammen und zu sprühen. Ich höre dem Flüstern der Totenstille zu und sehe in das Farbengeflirre der hellen Schneedämmerung. Träumend, dämmernd, mit Augen, vor denen alles verschwimmt, starre ich hinaus in die weiße Weite.

Hermann Löns: Mein grünes Buch, 1908

Während in allen Berliner Häusern, in allen Straßen noch emsige Geschäftigkeit herrschte, senkte sich im weißen Schneeflockenkleid still und unbemerkt der Heilige Abend hernieder.

Else Ury: Wie einst im Mai, 1930

Sie machten sich schnell marschfertig und setzten ihre Wanderung fort. Aber es war nicht mehr so anstrengend, sie blieben jetzt auf sonnenbestrahltem Höhenpfad. In die wundersame, reine Schneeluft mischte sich der reine Harzduft frisch geschlagenen Holzes, und ein feines silberhelles Klingen schlug droben vom Wald zu ihnen her, das Geläut eines Schlittens, der da irgendwo auf verborgenen Wegen fuhr.

Paul Grabein: Nomaden, 1926

Schneeflocken fielen leise nieder, Klärchen schaute still hinein, es war ihr, als ob sie durch die weiße Decke doch die ganze Herrlichkeit des Himmels sähe; sie fühlte eine Glückseligkeit von da oben sich in ihr Herz hinabsenken, wie sie nie gefühlt.

Marie Nathusius: Die Kammerjungfer. Eine Stadtgeschichte, 1851

Es war einige Tage vor dem heiligen Feste und um die Abendzeit. Ein starker Schneefall hatte die Gegend in starre, bleiche Gewänder gefüllt. Von. Mondlicht umflossen, ragte die Wartburg wie ein von Geistern bewohntes Schloß unter den weißbedeckten Wäldern hervor. Ringsum in den Villen aber glitzerten hinter den Scheiben kleine unruhige Lichter, die seltsam, fast unheimlich abstachen gegen, die schweigsame, aller lebendigen Farben entkleidete Natur.

Hermann Heiberg: Eine vornehme Frau, 1886

Die Nacht war so lang, dichte Schneeflocken hielten die Dämmerung am Morgen noch länger auf.

Marie Nathusius: Die Kammerjungfer. Eine Stadtgeschichte, 1851

Der Frost schien noch stärker als in der Nacht. Von oben schneite es nicht mehr, doch der heftige trockene Wind wirbelte noch immer den Schneestaub im Felde empor, besonders aber unter den Hufen der Pferde und den Schlittenkufen. Der Himmel war rechts im Osten von einer bleiernen graublauen Farbe; doch immer heller und heller traten auf ihm grelle, rotgelbe schräge Streifen hervor.

Der Schneesturm: Leo N. Tolstoi, 1913

Über die schneebestreuten Hügel
Schreit’ ich. Die Luft geht herb und rein.
Meiner Seele wuchsen die Flügel
Neu. Schimmernd im Abendgold schwebt sie allein.

Karl Henckell (1884 – 1929): Höher!

Der weiche Schnee, er dämpft den lauten Schuh,
Und stille Geister an der Schneewelt bauen;
Mit feinem Schneegeriesel rieselt ewige Ruh,
Daß sich die Lippen kaum zu reden trauen.

Und Fuß und Worte sinken lautlos tief,
Ein Weg, der weiß erhellt, läuft ohne Ende;
Und keine Dunkelheit ist in den Weg gestellt,
Schneenacht ist linnenlicht und ohne Wände.

Max Dauthendey: Nachtschnee. In Weltspuk, 1910

Heiß und keuchend war sein Atem, seine Augen, von der Gewalt des Windes ausgetrocknet, brannten, rings um ihn her belebte sich die Schneedämmerung und die Finsternis des Forstes mit tausendfachen wirbelnden Gestalten seiner fiebernden Phantasie – er hätte in seiner Angst laut aufschreien mögen und vermochte doch keinen Ton hervorzubringen! Es war ihm, als kämpfe er noch immer gegen den Sturm und die Gefahren des Weges an, um das ruhige Licht in der Hütte zu erreichen; und es war ihm, als weiche dieses Licht immer weiter, weiter, weiter zurück; und es war ihm, als werde er ihm in alle Ewigkeit so zum Tode erschöpft und in solch namenloser Angst folgen müssen.

Wilhelm Raabe: Else von der Tanne, 1905

Das waren doch keine Schneeflocken mehr, die durch die eisige Luft dahintanzten. Kleine schneeweiße Weihnachtsenglein waren es ja, mit flimmernden Silberflügeln, die vom nächtlichen Himmel zur Erde herabflogen, sich leuchtend im Spiel und Reigen beim Sturme drehten, sich jauchzend haschten und jagten. Jetzt reichten sie sich jubelnd die Hände – und jetzt zerstoben sie lachend in alle Winde.

Else Ury: Goldblondchen, 1908

Ein trostlos sackgrauer Wintervormittagshimmel, von dem schneidend feuchtkalt ein dichtes Flockengewimmel auf ein weiteingeschneites, matschiges Gelände herniederschwirrt.

Johannes Schlaf: Der Weihnachtswunsch und andere Geschichten aus Dingsda, 1912

Der Wind pfiff eisig um die Ecken. Der Boden war hart gefroren. Der Winterhimmel hing schneeschwer herab. Es war, als laste uraltes Unheil auf der ganzen Welt. Fröstelnd empfand ich plötzlich die grosse Kälte. Eilend, wie vor Gespenstern fliehend, schritten wir weiter.

Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten, 1903

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Werkstattbericht

Das schneeglückliche Beitragsbild stammt aus dem Fundus von Pexels. Die verwendeten Google Fonts sind BenchNine und PT Sans. Recherche via Google und im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm.