Entdecke 59 fabelhafte Fabelwörter mit erzählerischer Magie

Entdecke 59 fabelhafte Fabelwörter mit erzählerischer Magie

Fabeln sind eigentlich Märchen, Geschichten. Heute verstehen wir unter einer Fabel vor allem eine Story in der sprechende Tiere auftreten. Auf jeden Fall aber ist die Fabel fantastisch, und das nicht zu knapp.

Fabelhaft

Das Wort „Fabel“ stammt aus dem Lateinischen „fabula“, was „Geschichte“ oder „Erzählung“ bedeutet. Dahinter steckt eine jahrtausendealte Tradition des Geschichtenerzählens, die das menschliche Verhalten in den Mittelpunkt stellt.

Schöne Wörter Bücher Eine Bibliothek der schönen Wörter ... Ja, es gibt sie noch, die schönen Wörter. Begriffe mit dem besonderen Klang. Wörter, die Sehnsüchte und Erinnerungen in uns hervorrufen. Die Welt von damals, sie ist noch vorhanden. Erinnerungen an Altes und längst Vergessenes. Was verloren ging, ging nie ganz, die Sprache bewahrt es für uns. Hier ist eine wunderfrohe Blütenlese in Buchform mit den schönsten Wörtern der deutschen Sprache. Jetzt ansehen

In einem meiner Romane (Sommerfabel) spricht die Heldin Josefine mit Tieren, Pflanzen und Gegenständen – wie es ihr beliebt. Auch wenn niemand sonst etwas davon mitbekommt. Da ist mir eingefallen, dass ich zum Thema unbedingt eine fabelfrohe Wortliste brauche. Es passt doch so schön zusammen. Aber würde es genug Fabelwörter geben?

Ich habe mich auf die Suche gemacht, und tatsächlich, es gibt alte und schöne Wörte mit Fabel – auch ein ein paar Neue sind dabei. Siehe auch:

Liste von Wörtern mit Fabel

Säuberlich alphabetisch sortiert.

  1. erfabeln (erdichten)
  2. gefabelt (ausgedacht, erfunden)
  3. Fabelaue (Aue = wiesenartige Niederung, wasserumflossenes Land)
  4. Fabelbuch
  5. Fabeldichter (auch Fabulist, Fabelmacher oder Fabelschmied)
  6. Fabeldichtung
  7. Fabelei
  8. fabelfroh (zum Beispiel eine fabelfrohe Kindheit)
  9. Fabelgeschichte
  10. Fabelgeschöpf
  11. Fabelgestalt
  12. Fabelgewand
  13. Fabelgöttin
  14. fabelhaft (adj.)
  15. Fabelhaftigkeit
  16. Fabelhans (jemand, der häufig selbsterfundene Geschichten erzählt, ähnlich wie Faselhans, Maulhans, Prahlhans)
  17. Fabelland
  18. Fabler (Fabulator, Fabelerzähler)
  19. Fabellese (Auswahl, Zusammenstellung von Fabeln)
  20. fabellos (das Gegenteil von fabelhaft)
  21. Fabelmacher (Fabeldichter)
  22. Fabelmensch (Person in einer Fabel oder großartiger Mensch)
  23. fabeln (plaudern, schwätzen, auch fabulieren
  24. Fabelname
  25. Fabelperson (nicht existierende, erfundene Person)
  26. Fabelpoesie
  27. Fabelposse
  28. Fabelpreis
  29. Fabelreich (erfundenes, erfabeltes Reich)
  30. fabelreich (adj.) (reich an Fabeln)
  31. Fabelsänger
  32. Fabelsammlung
  33. fabelsatt (adj.) (erfüllt mit Geschichten)
  34. fabelschön (adj.) (schön wie eine Fabel)
  35. Fabelschreiber
  36. Fabelschrift
  37. Fabelsinn
  38. Fabelstadt
  39. Fabeltradition
  40. Fabeltier
  41. fabelweise (adj.)
  42. Fabelweisheit
  43. Fabelwelt
  44. Fabelwerk
  45. Fabelwesen
  46. Fabelungeheuer
  47. Fabelunterweisung
  48. Fabelzeit (unhistorische Zeit der Legenden, Zeit der Götter etwa)
  49. Götterfabel
  50. Heldenfabel
  51. Herzensfabel (historischer Buchtitel »Eine Herzensfabel in Versen« von Maria Janitschek, 1888)
  52. Narrenfabel
  53. Romanfabel
  54. Schattenfabel (von Herder gleich viermal in dem Gedicht »Mein Schicksal« verwendet)
  55. Schicksalsfabel
  56. Tierfabel
  57. Traumfabel (erträumte, unwahre Geschichte)
  58. Weihnachtsfabel (Weihnachtsgeschichte, ein Roman)
  59. Wunderfabel
  60. Wunderfabelbuch (vom Autor und Fantasten Paul Scheerbart in einem Buchtitel verwendet)

Mehr als nur Tiergeschichten … Was ist eine Fabel?

Schon mal ein Gespräch mit einem sprechenden Fuchs geführt? Dann bist du vermutlich auf eine Fabel gestoßen! Diese pfiffigen Kurzgeschichten lassen Tiere menscheln – und zwar so richtig. Sie plappern, sinnieren und zanken sich, genau wie wir es tun. Und während sie das tun, schlüpfen sie geschickt in die Rolle menschlicher Charaktertypen.

Der Clou bei der ganzen Sache? Am Ende jeder Fabel gibt es den berühmten „Aha“-Moment, wo uns eine schlaue Moral mit auf den Weg gegeben wird. Ein kleiner Leckerbissen fürs Gehirn, sozusagen.

Fabeln sind wie das Instagram der Literatur: Kurz, knackig, und trotzdem mit einer tiefen Botschaft. Sie bringen menschliche Macken und Meisterleistungen auf den Punkt, verpackt in tierische Symbolik. Und, ach ja, wenn du dir jemals Gedanken über das ursprüngliche „Influencer“-Duo gemacht hast, dann schau dir Äsop und La Fontaine an. Diese zwei waren schon lange vor Social Media beschäftigt, ihre Follower zum Nachdenken zu bringen!

Fabel Zitate aus der Literatur

Es hat sich viel Fabelei seit den vierzig Jahren, daß sie tot ist, über sie entsponnen. Sie hatte eine Liebschaft mit einem jungen Herrn von der Kleinseite, vom Malteserplatz; wir aber sind ein Volk, das was gibt auf seine Ehre; wir sind ein genaues Volk und können sehr grausam sein.

Wilhelm Raabe: Holunderblüte, 1865

Laß sie schreiten! setz ihn nieder,
Deinen Ritter, und sogleich
Kehret ihm das Leben wieder,
Denn er sucht’s im Fabelreich.

Johann Wolfgang von Goethe: Faust II, 1833

Das Fräulein löschte die schädigende Erinnerung an die Beschaffenheit der früheren Unstandesgemäßheit ihrer Lebensform aus, indem sie sich in die Sphäre der einwandfreiesten Pension des Ortes hüllte, und befleißigte sich einer Aufführung, wie sie den Ansprüchen ihres Verlobten auf Hochvornehmheit des Scheines entsprach, und entsprechend fleißig wob die Legende um sie eine Aureole von imposanter Fabelhaftigkeit.

Ernst Barlach: Der gestohlene Mond, 1936/37

Aber wenn ihm ein Fabelhans von Drachen spricht, die auf hohen Felsen und in alten zerstörten Bergschlössern hausen, und feuerspeiend durch die Luft schiessen, Brunnen vergiften, den Reiter und das Roß mit Sporn und Hufeisen Schluck und Druck verschlingen, das findet man schon glaublicher, weil einem der kalte Schauer vom Kopf bis zum Nagel des Zehens über die Haut lauft, wenn man’s hört.

Johann Peter Hebel: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes, 1811

So etwas freut mich alten Fabler!
Je wunderlicher desto respektabler.

Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832

Sein Reich war nicht von dieser Welt, aber wer sein Reich kannte, diese weiten kosmischen Räume voll unerhörter Phantasien und diese bunten Fabelstädte mit den intimsten Winkeln genießender Ruhe nach rasenden Räuschen, der wußte, daß seine Welt beträchtlich schöner war, als unsere.

Otto Julius Bierbaum: Stilpe. Ein Roman aus der Froschperspektive, 1897

Die Eigenschaft des Sohnes, durch die die Mutter auf ihn einzuwirken suchte, war seine Phantasie, und Phantasie besaß er in vollem Maß; aber schon als ganz kleines Kind zeigte er, daß für ihn ein bedeutender Unterschied bestand zwischen der Fabelwelt, die der Mutter Worte schuf und der, die wirklich war.

Jens Peter Jacobsen: Niels Lyhne, 1880

Wir stehen mitten drin auf einer der durchfressenen Klippen. Schaumwelt wie ein wahnsinniger Traum, Riesenfächer ausgebreitet, Federbüsche, breite Wasserraketen aufschießend, bäumende Rosse, Bären, Elephanten, Zentauren, Fabelungeheuer.

Friedrich Theodor von Vischer: Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft, 1879

Meines Lebens verworrene
Schattenfabel! O frühe, frühe begann sie schon
Dunkel.

Johann Gottfried Herder, 1770

Werkstattbericht

Das Beitragsbild stammt aus dem Fundus von Pixabay. Die verwendeten Google Fonts sind BenchNine und PT Sans. Recherche via Google und im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm.

Haiku für jeden Tag – 300 japanische Klassiker für dein achtsames Leben

Drei Zeilen, ein Moment – Haiku fürs Leben

Diese alten Gedichte sind keine musealen Texte, sondern kleine Übungen im Sehen, Fühlen und Staunen. Sie zeigen, wie einfach es ist, wieder da zu sein – im Hier und Jetzt.
Ein Mensch schläft, isst, wartet, lacht. Kein Tempel, keine Erleuchtung, nur Alltag - und gerade darin liegt die Kraft.

Ein Kissen
auf die Bambusblätter –
Sternesehen!

— Takarai Kikaku (1661–1707)

Haiku Buch Illustration

Haiku lehren nichts, sie erinnern. An Ruhe. An Gegenwart. An das, was bleibt, wenn alles andere laut ist.

Eine Kamelie fällt.
Der Hahn kräht.
Noch eine Kamelie fällt.

— Sakurai Baishitsu (1769–1852)

Dieses Buch versammelt über dreihundert klassische Haiku, neu übersetzt für unsere Zeit – als kurze Momente der Klarheit für jeden Tag.

Du musst nichts über Japan wissen. Du musst sie nicht deuten oder analysieren. Schau sie einfach an wie einen Stein im Fluss. Die begleitenden Texte öffnen behutsam den Raum der Gedichte, ohne das Geheimnis zu zerstören.

Auf dem Strohlager –
der Herbstwind bläst
auf meine Fußsohlen.

— Kobayashi Issa (1763–1828)

Haiku von Kobayashi Issa, Yokoi Yayu, Masaoka Shiki, Mirakami Kijo, Tan Taigi und dreiunddreißig weiteren Autoren. Übersetzt und herausgegeben von Lenny Löwenstern

Haiku für jeden Tag

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Sternenvogel Verlagsgesellschaft mbH
Edition Hoshitori
ISBN: 9783911889070
190 Seiten, 14,99 €

Selbst das Klohäuschen
steht offen –
Pflaumenblüte!

— Kobayashi Issa (1763–1828)